Genau zwei Jahre nach ihrem Debüt Birds & Drums , erscheint nun der Nachfolger 'Vampiric Way'. Irgendwie scheinen die sechs Franzosen schwer greifbar zu sein, denn ihre Musik ist so unglaublich eklektisch, heterogen und unkategorisierbar. Das wiederum ist aber genau die Stärke von THE BEWITCHED HANDS, die daraus resultiert, dass alle sechs gemeinsam die Songs schreiben, singen und spielen.
Natürlich möchten wir ihre Musik mit anderen vergleichen, aber das obligatorische Namedropping à la Beach Boys, Talking Heads, Pixies, Wolf Parade, etc. ist hier einfach unglaublich schwer.
Denn so könnte man sicher noch zehn weitere Einflüsse nennen und würde diesem symphonischen Klangkosmos höchstens zum Teil gerecht werden können.
Kaum jemand hat je eine französische Band, die so wenig französisch klingt und die man vielleicht eher nach Portland (Oregon) verordnen würde, gehört und so verwundert es auch wenig, dass sie bisher mehr Shows in den USA als in Europa gespielt haben. Vielleicht klingen sie auch anders als alle anderen französischen Bands, weil sie nicht aus Paris, sondern aus Reims kommen und so jegliche Metropoleneinflüsse ignorieren können.
Vampiric Way steht dem großartigen Debüt in nichts nach und hält große Melodien bereit, denn das ist es, was alle 12 Songs trotz aller Verschiedenheit verbindet. Arg dramatisch mit Orgel und Kirchenglocken eingeläutet eröffnet der Indie-Hit 'Westminster', bevor die erste Single 'Thank You, Goodbye, It s Over'; mit der Textzeile 'Hey, I m not your man, hey, I m not your friend' irgendwie an die Schweden von Friska Viljor erinnert. Nach der Huldigung an die 50er Jahre, die einem musikalischen Jahrmarkt gleicht, wird mit 'Words Can Let You Down' zum ersten Mal das Tempo gedrosselt, was nach all dem positiven Durcheinander an männlichen und weiblichen Stimmen sowie einer Vielzahl von Instrumenten auch ganz gut tut.