OMAR 'TARRUS' RILEY kehrt mit seinem langerwateten und musikalisch überraschend andersartigen vierten Album auf SOULBEATS zurück - CD im wunderschön gestalteten Digipack. Den 1979 in New York geborenen und in den USA sowie auf Jamaica lebenden, bereits mit zahlreichen Awards dekorierten Reggaestar, der zudem auch noch Sohn des Genrepioniers JIMMY RILEY (THE SENSATIONS, THE UNIQUES) ist, braucht man der hiesigen Hörerschaft nicht mehr vorstellen: Seine drei hochgelobten Alben Challenges (2004), Parables (2006) und Contagious (2009) machten das Naturgesangstalent mit einer perfekt ausbalancierten Mischung von beseeltem Modern-Roots-Reggae und aktuellen Dancehall-Einflüssen in Windeseile bekannt, die Leser des RIDDIM-Magazins wählten ihn glatt zum zweitwichtigsten internationalen Künstler und besten Liveartist (Poll 2011), während Jamaica ihm den letztjährigen EME Award (Excellence in Music and Entertainment - Jamaica) bescherte. Mit Mecoustic wagt RILEY, der schon als Kind wegen seines Lieblingsinstruments den Spitznamen Singy Singy trug, einen mutigen Cut: er verlässt den sicheren Weg, ein weiteres Top-Reggaealbum abzuliefern und widmet sich mit den betörend schönen 15 Songs ausgereiftem Songwriter-Pop, der - fast rein akustisch inszeniert - Einflüsse von World, Folk, Reggae, Gospel, R n B, Jazz und Soul auf höchstem Niveau behutsam zusammenführt und seine einmalig beseelte Stimme in vollem Glanz zur Geltung bringt. Auf luftig-balladeskem Fundament mit graziösem Groove erhalten Songs wie 'She's Royal' , 'Pick Up The Pieces', 'Africa Awaits', 'Marcus Garvey', 'Paradise' oder das von seinem Vater begleitete 'Black Mother Pray' eine unglaublich sakrale Tiefe. Obwohl ein großer Teil der 15 Songs ursprünglich von seinen Reggaealben stammt, stehen die komplett neu arrangierten Versionen so autark, als wären es ganz neu komponierte Songs - und hat man erst mal den Schock verdaut, dass Mecoustic stilistisch keinen einzigen klassischen Reggaesong enthält, entfaltet sich ein wunderschöner One World -Pop-Entwurf, der bei all seiner ästhetischen Eleganz auch mit inhaltlicher Tiefe und Poesie aufwartet. TARRUS RILEY ist mit Bravour über seinen eigenen Schatten gesprungen - und das betretene Neuland besiedelt er mit einer Nonchalance, als wäre nie etwas anderes gewesen. Aufgenommen im bewährten GRAFTON STUDIO in Kingston, koproduziert von DEAN FRASER. 68 Minuten Gesamtspielzeit.