Critique
In den Gruppen von Mihaly Dresch, der ungarischen Antwort auf Jan Garbarek, konnte man Mitte der 80er Jahre den Holzbläser Istvan Grencso in voller Aktion erleben. Saxofonisten im Jazz gehen gerne über das hinaus, was das wohltemperierte Klavier per Tastendruck offiziell freigibt, aber Grencsos Klangvorstellungen sind selbst für hartgesottene Jazzfans erstmal ein kleiner Schock in Serie und auch mal eine Geduldsprobe. Was nichts gegen die Qualität dieser Triomusik sagen will, nur, dass sie gewöhnungsbedürftig ist, das gehört eben auch zu ihren Eigenheiten.>p>Im Begleittext weist Stevan Kovacs Tickmayer (Jahrgang 1963) darauf hin, dass sich um 1985 die frei improvisierte Musik in seinem Leben besser entfalten konnte als im heutigen Klima der Repression. Eindrucksvoll beschreibt der Pianist den eigenen langen Weg, ein Herumirren in Frankreich, ..., die ganze Durststrecke bis hin zur Umsetzung einer neuen musikalischen Praxis des Improvisierens um 2011. 'Bis auf den heutigen Tag entwickeln und nähren wir (mit dem Trio), was wir vor fünf Jahren begonnen haben. Jedes Mal lassen wir neue Erfahrungen einfließen in unser gemeinsames Musizieren, um so unsere musikalische Grammatik zu bereichern und auszuweiten'.
Inspiriert durch die Art, wie Bartók sich der traditionellen Musik näherte, suchen die drei Ungern zu vermeiden, woran zu kurz gedachte Crossover-Versuche oft scheitern, was ihnen wunderbar gelingt. Es gehe nicht um Zitieren und Reproduzieren, sagt der Pianist Tickmayer, und das leuchtet musikalisch auch ein.Ob in fokussierten Miniaturen oder über lange Zeitdauer geschaffene große, fast leere Klangräume wie in 'Dinge', gelingt es dem Trio Kontraszt mit zeitgemäßem Ausdruck seinem stolzen Namen gerecht zu werden. --Fono Forum / 06.2017
Description du produit
Auf ihrer neuen CD From Dyonisian Sound Sparks to the Silence of Passing widmet sich das Trió Kontraszt ungarischer Musik nach dem Vorbild Belá Bartóks. Über klar definierten Formen erklingen freie Improvisationen mit den verschiedensten Instrumenten: Klavier, Harmonium, Saxophon, Bassklarinette, Querflöte und Schlagwerk. Kontrastreich grooven die Musiker durch das abwechslungsreiche Programm.